Beitrag zum Recyclingpotential von PET- und PS-Kunststoffverpackungsabfällen

Go, Nicolas Gerry; Pretz, Thomas (Thesis advisor); Flamme, Sabine (Thesis advisor)

Düren : Shaker Verlag (2020)
Buch, Doktorarbeit

In: Schriftenreihe zur Aufbereitung und Veredlung 78
Seite(n)/Artikel-Nr.: VI, 137 Seiten : Illustrationen, Diagramme

Dissertation, RWTH Aachen University, 2020

Kurzfassung

Verpackungsabfälle werden zunächst als Leichtverpackungen (LVP) getrennt gesammelt und in Sortieranlagen u.a. in Metall- und Kunststoffarten sortiert. Diese Vorkonzentrate werden nach speziellen Handelsvorgaben, die Reinheit und Fremdstoffanteile regeln, spezifiziert. Die Reinheit dieser Vorgabe (genannt Sortierreinheit) entspricht nicht der realen Reinheit eines Zielkunststoffs. Eine Verpackung wird als 100 % rein angesehen, obwohl Fremdmaterialien, Verunreinigungen und Feuchte die reale Reinheit (genannt Materialreinheit) deutlich mindern. In dieser Arbeit wurde das Aufbereitungspotential von PET- und PS-Kunststoffverpackungsabfällen durch praktische Versuche untersucht. Dazu wurden Untersuchungen von 693 gebrauchten PET-Flaschen aus dem Pfandsystem und 328 PS-Verpackungen aus dem LVP-Abfall durchgeführt, um die Massenanteile der Zielkunststoffe sowie der Verunreinigungen und Fremdmaterialien zu bestimmen. Die durchgeführten Untersuchungen zeigen durchschnittliche Zielkunststoffausbeuten zwischen 73 und 84 Ma.-% mit Maximalausbeuten von 90 Ma.-% (PET) und 78 Ma.-% (PS). Dabei ist erkennbar, dass Zusammenhänge zwischen dem Füllvolumen der Getränkeflaschen und deren PET-Ausbeute bestehen. Darüber hinaus ist auch das Design, der Verpackungen relevant. Die Flaschentypen mit den geringsten Restinhalten verfügten über eine breite Flaschentaille und über eine spitz zulaufende Schulter, sodass das Ausgießen der Flüssigkeit begünstigt wird. Bei den PS-Verpackungsabfällen ist eine Korrelation zwischen der Menge des Restinhaltes und der Art des Packgutes erkennbar. Verpackungen dickflüssiger Packgüter, wie Quark weisen 6,3 Ma.-% Restinhalt auf, während in Verpackungen mit flüssigeren Inhalten, wie Buttermilch, 1,6 Ma.-% Restinhalt verbleibt. Die mögliche PET-Ausbeute ohne Einbeziehung der Restinhalte weist daraufhin, dass von Seiten der Hersteller das Flaschendesign so konzipiert ist, dass Materialreinheiten von 90 Ma.-% erreicht werden können. Die nicht-Normalverteilung der Daten lassen auf den Einfluss der Ausreißer und damit zusammenhängend den Einfluss, den Konsumenten mit seinem Leerungsverhalten haben, schließen. Je besser Konsumenten eine Verpackung leeren, desto höher ist die Ausbeute des jeweiligen Zielkunststoffes.

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